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Der Poitou Esel

Unsere Herzensbrecherin Maja ist eine echte Poitou Stute und wurde 2009 geboren. Seit sie im Mai 2018 im Gertrudenhof Streichelzoo eingezogen ist, verzaubert sie mit ihrem unvergleichlich sanftmütigen Wesen täglich Mitarbeiter und Besucher.

Mit ihren riesigen Zottelohren und dem langen, wuscheligen Fell, sieht sie aber auch einfach zu süß aus! Wie könnte man sie da nicht direkt ins Herz schließen?! Typisch für Poitou Esel ist die schwarzbraune Fellfarbe. An Bauch, Maul und Augen hat Maja die charakteristischen weißen Abzeichen.

Regelmäßig genießt Maja kleinere Spaziergänge mit unserer Tierpflegerin Claudia oder auf unseren Führungen an Hoffesten und zu Kindergeburtstagen, wobei Sie sich nur selten aus der Ruhe bringen lässt. Macht man sich mit Maja auf den Weg sollte man allerdings ein wenig Geduld mitbringen, denn sie ist eine eher gemütliche Spaziergängerin. Gerne lässt sie sich auch vorher von den Kindern ausgiebig bürsten und kuscheln, denn Streicheleinheiten findet Maja einfach großartig. Kaum hat man sie gerufen, da steht sie auch schon parat um sich ihre Schmuseeinheiten abzuholen.

Als Poitou Esel (frz. Baudet du Poitou) gehört sie zu einer gefährdeten Großeselrasse, die nach dem Gebiet Poitou (in der Region Nouvelle-Aquitaine) im Westen Frankreichs benannt ist. Sie sind mit bis zu 450 Kilogramm Körpergewicht die schwersten Esel der Welt und zählen mit einer Schulterhöhe von bis zu 1,50 Metern zu den größten Esel-Arten.

Wie die Großeselrasse entstand, ist leider nicht ganz klar. Sie könnte z.B. aus dem katalanischen Riesenesel entstanden sein, aber auch aus regionalen französischen Rassen. Bekannt ist die Rasse jedenfalls schon seit dem 11. Jahrhundert, entstanden aber vermutlich schon früher.

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Aus ihrer Kreuzung mit großen Kaltblutpferden gingen kräftige und widerstandsfähige Maultiere hervor, die „Mule du Poitou“, die in der Landwirtschaft und als Transporttiere beim Militär eingesetzt wurden.

Die starken Poitou Hengste waren früher besonders wertvoll und die Züchter der Region säten den Mythos, die Potenz der Tiere ließe sich an der Länge des Fellkleides ermessen. So reichten die filzigen Zotteln der Tiere oft fast bis zum Boden.

Der Bedarf an Maultieren ging mit dem Aufkommen von Maschinen in der Landwirtschaft allerdings drastisch zurück und damit auch der Bestand der Poitou-Esel.

1972 stand die Rasse dann, mit 25 reinrassigen Tieren kurz vor dem Aussterben. Neben einer verstärkten Zucht mit diesen 25 Tieren wurde versucht, andere Großeselstuten einzukreuzen, um frisches Blut in die Rasse zu bekommen. Heute gibt es daher nur noch wenige Reinzuchten und einige Tiere haben durch schlechtes Erbgut gesundheitliche Probleme, weil bei einer solch kleinen Population die Auslese in der Zucht nur schwer möglich ist.

Da Poitou-Esel ausgesprochen freundliche und dem Menschen zugewandte Tiere sind, finden Sie heute wieder zunehmend Liebhaber. 2017 wurden bereits wieder über 500 Tiere gezählt, die im Zuchtbuch in Frankreich erfasst sind. Als in ihrem Bestand gesichert kann die Rasse trotzdem noch nicht gelten