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Der Foodsharing FairTeiler auf dem Gertrudenhof

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Auf dem Hürther Gertrudenhof gibt es den ersten Foodsharing FairTeiler überhaupt auf einem Bauernhof.

Ziel eines solchen FairTeilers ist es über die Möglichkeit
Erffnung_Fairteiler_25.JPGdes Lebensmittel teilens im Internet hinaus, ganz unkompliziert einen Hotspot zu haben, an dem man sowohl Lebensmittel abgeben kann (z.B. bevor man in den Urlaub startet und der Kühlschrank noch voll ist), als sich auch ganz unkompliziert und kostenlos aus dem Sortiment des FairTeiler (Kühl-)Schrankes bedienen kann. So wird der Fairteiler also ständig neu mit Lebensmittel bestückt werden, sowohl von solchen, die die Besucher des Gertrudenhofes übrig haben und dort abgeben, als auch mit Obst, Gemüse und Kartoffeln aus dem Gertrudenhof Bauermarkt, das aus irgendwelchen Gründen nicht mehr im Laden verkauft werden kann, aber dennoch einwandfrei zum Verzehr geeignet ist. Damit die abgegebenen Lebensmittel in jedem Fall auch auf dem Teller ankommen, werden -wenn der Kühlschrank sehr reichhaltig gefüllt ist-
entstehende Überschüsse an die Hürther Tafel weitergegeben!

Und so funktionierts:

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"Lebensmittel gehören auf den Teller und nicht auf den Müll"  -
dieser Leidspruch beschäftigt Peter Zens vom Gertrudenhof schon seit vielen Jahren und ebenso lang werden auch immer wieder neue Möglichkeiten auf dem Hürther Familienbetrieb gesucht, um das Vermeiden von Lebensmittelverschwendung zu fördern: So findet man im Bauernmarkt des Hofes neben dem Standartsortiment regelmäßig auch Obst- und Gemüse, dass auf den ersten Blick nicht so recht in das gewohnte Bild passen mag:
Doch krumme Gurken, kleine Erdbeeren und dicke Kartoffeln schmecken mindestens genauso gut, wie ihre normgerechten Verwandten und werden auf dem Gertrudenhof dann einfach separat verpackt und günstiger angeboten.
"Die Kunden freuen sich und können hochwertige Lebensmittel zum günstigeren Preis einkaufen und so kann zumeist beinahe die ganze Ernte vermarktet werden und nicht nur 50% dessen, was auf den Feldern wächst", so Zens.

Ganzjährig wird auf dem Gertrudenhof ausserdem für Schulklassen die Themenhofführung "Taste the waste" angeboten, mit der man die Schülerinnen und Schüler für das Thema Nachhaltiger Umgang mit Lebensmitteln sensibilisieren möchte. Beim gemeinsamen Ernten auf den Feldern können die Schüler so hautnah erleben, das Obst und Gemüse eben nicht aus der Fabrik kommt und unterschiedlich sein darf und muss und erfahren, was jeder einzelne von uns tun kann, damit mehr Lebensmittel auf dem Teller und nicht in der Tonne landen. Zu diesem Thema gibt es auch eine Kooperation mit dem Kölner Schulprojekt gegen Lebensmittelverschwendung "Schad dröm".

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So ist der FairTeiler auf dem Gertrudenhof nur eine logische Konsequenz und ein weiterer Schritt, um eben noch mehr Besucher des Hürther Erlebnisbauernhofes auf das Thema Lebensmittelverschwendung aufmerksam zu machen
und Bewußtsein zu schaffen für ein Thema, das uns alle angeht und wo jeder einzelne von uns ein Stück dazu beitragen kann, damit nicht länger 50% aller produzierten Lebensmittel auf dem Müll landen, wie der Kölner Filmemacher Valentin Thurn in seinem Film "Taste the waste" eindrucksvoll dokumentierte!

Lebensmittel teilen statt wegwerfen - ist das Motto von foodsharing.de
www.foodsharing.de ist eine Internet-Plattform, die Privatpersonen, Händlern und Produzenten die Möglichkeit gibt,
überschüssige Lebensmittel kostenlos anzubieten oder abzuholen.
Über www.foodsharing.de kann man sich auch zum gemeinsamen Kochen verabreden, um überschüssige Lebensmittel mit Anderen zu teilen, statt sie wegzuwerfen.
Die Grundidee ist: Menschen teilen Essen. Es soll dabei kein Geld fließen, denn teilen hat auch eine ethische Dimension.
Wir wollen den Lebensmitteln damit wieder einen ideellen Wert geben, denn sie sind mehr als bloß eine Ware - das ist die Idee hinter www.foodsharing.de

Wichtig zu erwähnen ist auch, dass es bei foodsharing.de nicht um Essen sammeln für Bedürftige geht,
das machen in hervorragender Weise die Tafeln und dazu soll foodsharing.de keine Konkurrenz sein.
Vielmehr geht es hierbei um einen bewußten Umgang mit Lebensmittel bei Leuten, die es sich leisten können
und die selbst etwas dazu beitragen möchten, dass die Müllberge an Lebensmitteln kleiner werden
und dabei Spaß haben mitzutun, Menschen kennenzulernen und ein neues Gefühl entwickeln im Umgang mit Lebensmitteln.

Gerade auch eine Zielgruppen von 15-60  Jahren steht da im Fokus, die Internet- und Handyaffin ist und die Webseite und demnächst Handyapp nutzen kann und will, der es finanziell so gut geht, dass sie nicht daruaf achten müssten, wenn das "Zuviel" im Mülleimer landet, die aber durch ihr eigenes, persönliches Einkaufs- und Lebensverhalten etwas verändern möchten.

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Bewusstsein schaffen im Kampf gegen die große alltägliche Lebensmittel-Verschwendung!

Über 50% der Lebensmittel wandern in Deutschland in den Müll statt auf den Teller -
eine Situation, an der wir alle dringend etwas ändern müssen!

Der Gertrudenhof produziert sein frisches Obst und Gemüse bereits seit einigen Jahren fast ausschließlich für die Vermarktung im eigenen Bauernmarkt.
Auf der über 130 Hektar großen landwirtschaftlich genutzten Fläche wächst eine bunte Vielfalt von über
30 verschiedenen Kulturen im nachhaltigen Anbau
.
Dies führt dazu, dass auf den Felder das ganze Jahr Erntezeit und auf dem Hof das ganze Jahr Saison ist.
Bedingt durch die Direktvermarktung ist es möglich – fernab von Handelsnormen – fast die gesamte Ernte im Verkauf anzubieten.
So kann der Kunde selbst zwischen den leckeren kleinen Kartoffeln, die zwar qualitativ einwandfrei sind, aber leider so gar nicht der Norm entsprechen (bei uns Bratlinge genannt), den – laut Norm – zu groß geratenen Kartoffeln (bei uns Folienkartoffeln genannt) und den perfekt der Norm entsprechenden Kartoffeln wählen. 

Bei uns im Bauernmarkt erhalten auch die krumme Gurke und der Apfel ohne rote Bäckchen eine Chance.

Jeder Kunde bestimmt täglich, durch das, was er isst und wo er es einkauft,
welches System der Nahrungsmittelerzeugung er unterstützt!

Genauso aber kann jeder einzelne von uns auch dafür sorgen, dass in seinem Kühlschrank Lebensmittel nicht vergammeln und anschließend weggeschmissen werden.
Jeder Schüler hat es buchstäblich selbst in der Hand, wo sein Pausenbrot landet...


30% aller Jugendlichen entsorgen ihr Essen, wenn es ihnen nicht schmeckt!

Das ergab eine wissenschaftliche Hausarbeit an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe.
Darin wurden 97 Schüler einer integrierten Gesamtschule über den Umgang mit überflüssigen Lebensmitteln befragt. Die empirische Untersuchung ergab, dass die Jugendlichen ihr Essen wegwerfen, weil es ihnen nicht schmeckt (30 Prozent), weil es nicht schön aussieht (25 Prozent) oder weil sie schon satt sind (21 Prozent).
So lautet das zusammengefasste Ergebnis der Befragung leider, dass viele Jugendliche ihr Pausenbrot regelmäßig in den Abfall werfen.

Sehen Sie dazu einen Beitrag von einer Ernteaktion auf dem Gertrudenhof zum World Food Day:


Weitere Informationen, Materialien und Initiativen zum Thema:

 


Die „Welt am Sonntag“ schreibt dazu am 9.Juni 2013:

„Eine saubere Sache“ - Ein Artikel von Frank Lorentz

Der Begriff Nachhaltigkeit ist in aller Munde. Eine bundesweite Aktionswoche soll nun seine ganze Bandbreite zeigen. Wir stellen dazu drei Beispiele aus NRW vor. Sie veranschaulichen, wie inspirierend es sein kann, umwelt- und qualitätsbewusst zu leben

(…)

Der Landwirt

Mit einer bewirtschafteten Fläche von 130 Hektar ist der Gertrudenhof in Hürth nahe Köln einer der großen Höfe im Rheinland. Inhaber Peter Zens, 35 Jahre alt, der den Familienbetrieb in vierter Generation führt, bietet zur Nachhaltigkeits-Aktionswoche Führungen speziell für Schüler an, um zu zeigen, wie ein nachhaltiger Umgang mit Lebensmitteln aussieht. "Taste the waste" lautet der Titel, eine Anspielung darauf, dass bei der Ernte auf konventionellen Höfen die krumme Gurke, die herzförmige Kartoffel oder die kleine Erdbeere in der Regel aussortiert werden. "Erwachsene wollen alles immer perfekt und gerade", sagt Zens. Was allerdings dazu führe, dass auf dem Feld bis zu 20 Prozent der Ernte entsorgt würden.

Weitere 30 Prozent landeten dann im Handel und beim Verbraucher im Müll. Insgesamt also würde von der Ernte bis zum Konsum bereits die Hälfte aller Lebensmittel vernichtet. "Wir wollen mit den Schülern raus aufs Feld gehen, ihnen zeigen, dass die Lebensmittel nicht aus der Fabrik kommen und vor allem, wie unterschiedlich zum Beispiel Gemüse aussehen kann", sagt Zens, der auf seinem Hof 30 Produkte anbaut. So wolle er unter anderem auch vorführen, wie sich aus einem Apfel mit kleinen Macken Apfelsaft machen lasse und dass eine überdicke Kartoffel die perfekte Grillkartoffel sei.

Nach fünf Maximen gefragt für den tagtäglichen verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmitteln, muss Zens nicht lange überlegen. Erstens: "Erkennen, dass Lebensmittel vielfältig sind." Zweitens: Lebensmittel korrekt lagern. "Oft verderben sie, weil sie falsch gelagert werden." Drittens: Bewusster einkaufen und zum Beispiel einmal pro Woche – wie einst bei Oma – einen Restetag einführen. Viertens: "Sich klar machen, dass jeder Einkauf eine politische Entscheidung ist, welches System der Lebensmittelherstellung man unterstützt." Fünftens: "Regionale und saisonale Produkte bevorzugen – das ist am gesündesten und nachhaltigsten."

Ab Montag, 10. Juni, bietet der Gertrudenhof auch "Foodsharing" an. Das ist eine Bewegung, die sich über eine Internet-Plattform organisiert und die Privatleuten, Händlern und Produzenten die Möglichkeit gibt, überschüssige Lebensmittel gratis anzubieten oder abzuholen.

Ab morgen wird auf dem Gertrudenhof in einer Holzbude vor dem Hofladen ein öffentlich zugänglicher Kühlschrank samt Regal stehen, wo jedermann Lebensmittel abgeben oder kostenlos entnehmen kann. Die Industrie und die Kunden gieren nach immer günstigeren Preisen? Günstiger als Foodsharing geht es nicht. Verantwortungsvoller auch nicht.