Zurück zur Startseite

Taste the waste

IMG_9832.JPG

Denn Lebensmittel gehören auf den Teller -
und nicht in die Tonne!

Im Verlauf unserer Projekthofführung möchten wir den Schülerinnen und Schülern durch eigenes Ernten auf unseren Feldern, durch das Erleben vor Ort sowie durch das gemeinsame Gespräch dafür sensibilisieren,
dass viel zuviele Lebensmittel heute im Müll statt auf dem Teller landen und was jeder von uns dafür tun kann, damit sich etwas ändert.
Obst und Gemüse muss nicht zwingend perfekt aussehen, um gut zu schmecken und entsteht schon gar nicht in der Fabrik.
All das erleben die Schüler hautnah bei diesem Projekt!

Jahreszeit:

  • Ganzjährig buchbar

Dauer:

  • Ca. 1 ½ Stunden

Teilnehmerzahl:

  • Mindestens 15 Kinder
  • Bei einer großen Anzahl von Schülern ist eine Aufteilung in mehrere Gruppen ratsam.
    In diesem Fall können bis zu drei Führungen parallel stattfinden.
  • Unser Tipp:
    Falls Ihre Gruppe aus weniger als 15 Schülern besteht, bringen Sie doch Ihre Parallelklasse mit!

Kosten:

A) Basis Paket: 7,50€ je Schüler, darin enthalten sind:

  • Führung zum Thema „Lebensmittelverschwendung“
  • Futter für die Streichelzootiere
  • Nutzung eines Raumes zum Picknicken
  • 3 Betreuungspersonen können kostenlos teilnehmen, jede weitere Person zahlt 7,50 €

B) Genießer Paket: 9,90 € je Schüler, darin enthalten sind:

  • Führung zum Thema „Lebensmittelverschwendung“
  • Futter für die Streichelzootiere
  • Nutzung eines Raumes zum Picknicken
  • 3 Betreuungspersonen können kostenlos teilnehmen, jede weitere Person zahlt 7,50 €

        und zusätzlich Grillkartoffeln mit Kräuterquark am Lagerfeuer zubereitet,
        dazu Mineralwasser und naturtrüben Apfelsaft aus unserem Bauernmarkt.

 

----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Bewusstsein schaffen im Kampf gegen die große alltägliche Lebensmittel-verschwendung!

Über 50% der Lebensmittel wandern in Deutschland in den Müll statt auf den Teller -
eine Situation, an der wir alle dringend etwas ändern müssen!

Der Gertrudenhof produziert sein frisches Obst und Gemüse bereits seit einigen Jahren fast ausschließlich für die Vermarktung im eigenen Bauernmarkt.
Auf der über 130 Hektar großen landwirtschaftlich genutzten Fläche wächst eine bunte Vielfalt von über
30 verschiedenen Kulturen im nachhaltigen Anbau
.
Dies führt dazu, dass auf den Felder das ganze Jahr Erntezeit und auf dem Hof das ganze Jahr Saison ist.
Bedingt durch die Direktvermarktung ist es möglich – fernab von Handelsnormen – fast die gesamte Ernte im Verkauf anzubieten.
So kann der Kunde selbst zwischen den leckeren kleinen Kartoffeln, die zwar qualitativ einwandfrei sind, aber leider so gar nicht der Norm entsprechen (bei uns Bratlinge genannt), den – laut Norm – zu groß geratenen Kartoffeln (bei uns Folienkartoffeln genannt) und den perfekt der Norm entsprechenden Kartoffeln wählen. 

Bei uns im Bauernmarkt erhalten auch die krumme Gurke und der Apfel ohne rote Bäckchen eine Chance.

Jeder Kunde bestimmt täglich, durch das, was er isst und wo er es einkauft,
welches System der Nahrungsmittelerzeugung er unterstützt!

Genauso aber kann jeder einzelne von uns auch dafür sorgen, dass in seinem Kühlschrank Lebensmittel nicht vergammeln und anschließend weggeschmissen werden.
Jeder Schüler hat es buchstäblich selbst in der Hand, wo sein Pausenbrot landet...


30% aller Jugendlichen entsorgen ihr Essen, wenn es ihnen nicht schmeckt!

Das ergab eine wissenschaftliche Hausarbeit an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe.
Darin wurden 97 Schüler einer integrierten Gesamtschule über den Umgang mit überflüssigen Lebensmitteln befragt. Die empirische Untersuchung ergab, dass die Jugendlichen ihr Essen wegwerfen, weil es ihnen nicht schmeckt (30 Prozent), weil es nicht schön aussieht (25 Prozent) oder weil sie schon satt sind (21 Prozent).
So lautet das zusammengefasste Ergebnis der Befragung leider, dass viele Jugendliche ihr Pausenbrot regelmäßig in den Abfall werfen.

Sehen Sie dazu einen Beitrag von einer Ernteaktion auf dem Gertrudenhof zum World Food Day:


Weitere Informationen, Materialien und Initiativen zum Thema:


Die „Welt am Sonntag“ schreibt dazu am 9.Juni 2013:

„Eine saubere Sache“ - Ein Artikel von Frank Lorentz

Der Begriff Nachhaltigkeit ist in aller Munde. Eine bundesweite Aktionswoche soll nun seine ganze Bandbreite zeigen. Wir stellen dazu drei Beispiele aus NRW vor. Sie veranschaulichen, wie inspirierend es sein kann, umwelt- und qualitätsbewusst zu leben

(…)

Der Landwirt

Mit einer bewirtschafteten Fläche von 130 Hektar ist der Gertrudenhof in Hürth nahe Köln einer der großen Höfe im Rheinland. Inhaber Peter Zens, 35 Jahre alt, der den Familienbetrieb in vierter Generation führt, bietet zur Nachhaltigkeits-Aktionswoche Führungen speziell für Schüler an, um zu zeigen, wie ein nachhaltiger Umgang mit Lebensmitteln aussieht. "Taste the waste" lautet der Titel, eine Anspielung darauf, dass bei der Ernte auf konventionellen Höfen die krumme Gurke, die herzförmige Kartoffel oder die kleine Erdbeere in der Regel aussortiert werden. "Erwachsene wollen alles immer perfekt und gerade", sagt Zens. Was allerdings dazu führe, dass auf dem Feld bis zu 20 Prozent der Ernte entsorgt würden.

Weitere 30 Prozent landeten dann im Handel und beim Verbraucher im Müll. Insgesamt also würde von der Ernte bis zum Konsum bereits die Hälfte aller Lebensmittel vernichtet. "Wir wollen mit den Schülern raus aufs Feld gehen, ihnen zeigen, dass die Lebensmittel nicht aus der Fabrik kommen und vor allem, wie unterschiedlich zum Beispiel Gemüse aussehen kann", sagt Zens, der auf seinem Hof 30 Produkte anbaut. So wolle er unter anderem auch vorführen, wie sich aus einem Apfel mit kleinen Macken Apfelsaft machen lasse und dass eine überdicke Kartoffel die perfekte Grillkartoffel sei.

Nach fünf Maximen gefragt für den tagtäglichen verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmitteln, muss Zens nicht lange überlegen. Erstens: "Erkennen, dass Lebensmittel vielfältig sind." Zweitens: Lebensmittel korrekt lagern. "Oft verderben sie, weil sie falsch gelagert werden." Drittens: Bewusster einkaufen und zum Beispiel einmal pro Woche – wie einst bei Oma – einen Restetag einführen. Viertens: "Sich klar machen, dass jeder Einkauf eine politische Entscheidung ist, welches System der Lebensmittelherstellung man unterstützt." Fünftens: "Regionale und saisonale Produkte bevorzugen – das ist am gesündesten und nachhaltigsten."

Ab Montag, 10. Juni, bietet der Gertrudenhof auch "Foodsharing" an. Das ist eine Bewegung, die sich über eine Internet-Plattform organisiert und die Privatleuten, Händlern und Produzenten die Möglichkeit gibt, überschüssige Lebensmittel gratis anzubieten oder abzuholen.

Ab morgen wird auf dem Gertrudenhof in einer Holzbude vor dem Hofladen ein öffentlich zugänglicher Kühlschrank samt Regal stehen, wo jedermann Lebensmittel abgeben oder kostenlos entnehmen kann. Die Industrie und die Kunden gieren nach immer günstigeren Preisen? Günstiger als Foodsharing geht es nicht. Verantwortungsvoller auch nicht.