Das Merinoschaf

Im Gertrudenhof Streichelzoo lebt eine muntere Bande bestehend aus den beiden reinrassigen Merino-Mädels Mickey und Minnie, sowie dem seit 2010 mitmischenden Paul.

Alle drei wurden mit der Flasche aufgezogen und sind dadurch besonders zahm und verschmust. Mit Paul wurde von Anfang an viel trainiert, sodass er uns heue auf vielen Spaziergängen begleitet und besser an der Leine geht als so mancher Hund. Für viele Kinder war das schon ein riesiges Highlight ihrer Geburtstagsparty auf unserem Gertrudenhof.
Mickey und Minnie dagegen sind für Spaziergänge etwas zu eigensinnig. Sie hopsen lieber über die Wiese und lassen sich auf unserer großen Obstwiese bei unseren Schulbauernhof-Führungen von den Kindern geduldig streicheln und begutachten. Ein paar Minuten genügen dann aber bitte auch, schließlich sind sie sehr mit grasen beschäftigt. So eine große Weide pflegt sich schließlich nicht von allein!

Zurückzuführen sind die Merinoschafe auf die nordafrikanischen Berber, die Merinowolle verkauften, was 1307 erstmals in einem Kaufvertrag niedergeschrieben wurde. Im Westen Marokkos kommen heute noch dem Merino ähnliche Rassen vor. Im Hochmittelalter gelangten Merinoschafe nach Spanien, wo sie wegen ihrer begehrten Wolle große wirtschaftliche Bedeutung erlangten. Die Ausfuhr der Merinos wurde damals sogar durch das spanische Königshaus bei Todesstrafe untersagt. Dadurch konnte Spanien bis zum 18. Jahrhundert mit der so genannten „spanischen Wolle“ weltweit Handel treiben. Erst im 19. Jahrhundert gab es auch in anderen Ländern große Merinoherden. Heute sind Australien und Neuseeland die Hauptlieferanten für Merinowolle. Die Tiere geben jährlich zwischen 2-10kg Woll, aus denen sich allerlei warme Kleidung machen lässt.

Als Merinoschafe gehören die drei zur Rasse der Feinwoll-Schafe, wobei zwischen Merinofleischschaf sowie dem Merinolandschaf unterschieden wird.
Allgemein typisch für das Merinoschaf ist der lange und keilförmige Kopf, der einen ganz typischen Wollschopf, die sogenannte Schaupe, trägt. Am Kopf befinden sich leicht hängende und breite Ohren, mit deinen sie einfach putzig aussehen. Die männlichen Tiere, so auch unser Paul tragen außerdem nach vorne geschwungene Hörner. In Deutschland wurden Merinoschafe oft mit einheimischen Rassen gekreuzt. Auf diese Weise entstand das Merinolandschaf und 1860 auch das Merinofleischschaf. Das Merinolandschaf ist die in Deutschland am häufigsten vorkommende Rasse. In Bayern sind etwa 70% aller Schafe dieser Rasse angehörig.