Das Lama

Im Gertrudenhof Streichelzoo lebt die grazile Lama-Dame "Cindarella".

Sie wurde 2002 geboren und stammt aus einem privaten Streichelzoo in Rheinland-Pfalz. Da dieser leider Pleite ging zog sie zusammen mit ein paar anderen Tieren zu uns auf den Gertrudenhof. Wir sind sehr glücklich, dass von Ihrer anfänglichen extremen Angst Menschen gegenüber kaum noch etwas zu sehen ist. Heute lässt Cinderella sich gegen ein kleine Futterspende sogar vorsichtig von unsren Besuchern streicheln.
In unserer Streichelzoo Bande ist Cinderella auch richtig gut angekommen. Sie bildet mit unseren Alpakas eine kleine Herde und geht gemeinsam mit ihnen ihren Hobbys nach. Die da wären: fressen, in der Sonn herumliegen und dösen und etwas eitel herumstolzieren.

Seit dem Ciderella sozusagen der Star unserer Corona Kampagne "Call a Lama" wurde, kann man nämlich sagen, dass sie etwas zur Diva mutiert ist.
Ob ihr der ganze Ruhm wohl zu Kopf gestoßen ist? Nein, vermutlich freut sie sich einfach über all die extra Leckerlis, die die neu gewonnene Aufmerksamkeit mit sich bringt. Wenn Cinderella mal gerade nicht gefilmt wird oder in der Sonne chillt, galoppiert sie auch sehr gerne mal über die frische Frühlingswiese oder nimmt ein ordentliches Staubbad.

Als Lamas gehört Cinderlla zu der Art der Kameliden. Sie stammen von den Guanacos ab und haben ihren Ursprung in den südamerikanischen Anden.
Für die Zivilisation der Inka dort, war das Lama damals von überragender Bedeutung. Über zehn Millionen (!) Lamas wurden zur Zeit der spanischen Eroberung Südamerikas von den Inka als Lasteniere gehalten, bis sie dann allmählich an Bedeutung verloren, als immer mehr Pferde für diesen Job eingesetzt wurden. Die Inkas verwendeten nicht nur die Wolle der Lamas, sondern aßen außerdem ihr Fleisch, fertigten Leder aus seiner Haut, machten Kerzen aus seinem Fett und nutzten die Exkremente als Brennstoff. In unzugägnlichen Regionen der Anden werden Lamas sogar immer noch als Lasttiere verwendet.

Heute wird beim Lama nach verschiedenen Wolltypen unterschieden. Es gibt z. B. das Wooly Lama, welches auch an Kopf, Hals und Beinen kräftig bewollt ist und dessen Wolle gleichmäßig vom Körper absteht oder das Suri Lama, bei dem sich einzelne, filzige Woll-Stränge bilden, die dann oft sehr lang herabhängen.Cinderella ist ein Classic Lama und hat an Beinen, Hals und Kopf kürzeres Fell als da Wooly Lama. Das Classic Lama ist auch etwas temperamentvoller und eignet sich sehr als Trekkingbegleiter. 

Lamas können allgemein eine Schulterhöhe von 110 bis 140 cm erreichen und sind damit in der Regel etwas größer als Alpakas. Mit einem Gewicht von ca. 120 bis 150 kg sind sie außerdem deutlich schwerer. Die Färbung der Tiere kann sehr unterschiedlich ausfallen, von einfarbig weiß, braun oder schwarz bis hin zu gefleckt, gepunktet oder anderweitig gemustert.

Genau wie Alpakas spuckt ein Lama übrigens im Regelfall nur auf seine Artgenossen und nicht auf Menschen. Dies tun sie um ihre Dominanz in der Herde zu zeigen, das Rangverhältnis untereinander zu klären oder aufdringliche Artgenossen auf Distanz zu halten. Um als Mensch von einem Lama angespuckt zu werden, muss man es schon arg bedrängen oder ärgern, sodass es Angst bekommt uns sein Unwohlsein deutlich zum Ausdruck bringen möchte.

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