Jakobschaf

Unsere beiden Jakobschafe heißen Fritz und Frieda und kamen im Sommer 2018 aus dem Münsterland zu uns in den Gertrudenhof Streichelzoo.
Sie beeindrucken bereits beim ersten Blick durch ihre äußere Erscheinung: Die Hörner, das gefleckte Fell... und so manch einer staunt dabei nicht schlecht und prüft noch ein zweites mal nach, ob er da gerade tatsächlich 4 Hörner an dem kleinen Schaf gesehen hat. Und es ist tatsächlich so, unser Fritz ist ein Vierhornschaf. Bei den Jakobschafen können sich bei beiden Geschlchtern zwei oder vier Hörner ausbilden, in Ausnahmen sogar bis zu sechs - das sieht schon manchmal ganz schön lustig aus. Aber auch wenn die kleine Frieda nur zwei Hörner hat - das tut ihrer Schönheit keinen Abbruch!

Neben der Landschaftspflege werden die auffälligen und anspruchslosen, robusten Schafe hauptsächlich zur Wollgewinnung oder als Fleischerzeugnis gezüchtet. Ihr Fleisch ist mager und die braunweiße oder schwarzweiße Wolle ist gut spinnfähig sowie zum Färben und Filzen geeignet. Durch die individuelle Fleckenverteilung sind auch die Felle sehr beliebt - keines ist gleich wie das andere.

Das Jakobschaf ist im übrigen eine der ältesten Schafsrassen der Erde und wurde bereits in der Bibel erwähnt, woher es auch seinen Namen hat.
Der Name Jakob geht in diesem Fall auf einem Bericht des alten Testaments zurück, in dem sich der Hirte Jakob die gescheckten Tiere als Lohn für seine Arbeit aus der Herde Labans nehmen durfte. Die besondere Hornform erwähnt der Bibeltext allerdings nicht.

Stammen soll die mittelgroße Rasse vermutlich aus dem heiligen Land. Bereits vor 4000 Jahren soll es in China und Persien dem heutigen Jakobschaf ähnliche Schafe gegeben haben. Später sind die Jakobschafe mit arabischen Eroberern über Nordafrika nach Spanien und England gelangt. Englische Gemälde aus dem späten 18. Jahrhundert zeigen bereits das heutige Jakobschaf, wo es auch immer noch beheimatet ist. Da die Rasse vom Aussterben bedroht war, wurde 1969 die Jacob Sheep Society gegründet. Heute gibt es weltweit mehrere tausend Tiere. Auch in Deutschland hat sich in den letzten Jahren eine kleine Gruppe von Liebhabern dieser Rasse gefunden, die diese sehenswerte Rasse züchten und erhalten wollen. In Deutschland hat es aber trotzdem noch Seltenheitswert bei ca. 20 eingetragene Zuchten.