Das Friesenpferd

Hallo, ich bin Horst Pferdinand und ich bin ein altes Zirkuspferd.

13 Jahre lang hat Pferdinand in einem Wanderzirkus gelebt und gearbeitet. Er und sein Friesenfreund hatten eine eigene Doppelnummer. Leider ist sein Kumpel aber so schlimm krank geworden, dass die zwei nicht mehr zusammen auftreten konnten. Von da an wurde Pferdinand nicht mehr gebraucht und stand viel herum, was ihm besonders auch körperlich nicht besonders gut tat. Schweren Herzens beschloss seine Zirkusfamilie daher, ihm ein schönes neues Zuhause zu suchen.

Seitdem er im Juli 2022 in unserem Gnadenhof Streichelzoo eigezogen ist, genießt er jede Menge Streicheleinheiten, lange Spaziergänge und besonders auch sein Extrafutter und jede Menge Pony Fitnesstraining, um seine Haltung Muskulatur wieder zu verbessern.Pferdinand zeigt sich bei uns als super coole Socke, absolut brav, sanftmütig und eher der gemütliche Typ. Die viele Extra Aufmerksamkeit scheint er wirklich zu genießen – da ist er wohl richtig typisch Friesenpferd, denn die sind ja bekannt für ihre Menschenfreundlichkeit.

Nicht nur deshalb sind die Friesenpferde unter Pferdefreunden so arg beliebt. Friesen fallen meist auch besonders durch ihr majestätisches Äußeres auf, denn der Friese ist ein Pferd von atemberaubender Schönheit: Sein glänzendes schwarzes Fell, der kräftige Körperbau, der Kötenbehang an den Beinen und die lange, fließende Mähne machen schon richtig was her. Wir finden Pferdinand ist trotz seines etwas fortgeschrittenen Alters noch immer eine solch eindrucksvolle Erscheinung. Die Herzen unserer Tierpfleger hat er auf jeden Fall in Rekordzeit erobert.

Friesen sind übrigens eine des ältesten Pferderassen Europas und stammen ursprünglich aus der Provinz Friesland in den Niederlanden. Die ersten Aufzeichnungen eines friesenähnlichen Pferdes gehen bis ins alte Rom zurück. Im 16. und 17. Jahrhundert schätzten die Krieger Europas die schwarzen Pferde für ihr belastbares und robustes Wesen und ihren kräftigen Körper. Früher dem Kaltblut noch deutlich ähnlicher wurde der Friese nicht nur als Kriegspferd, sondern auch für die Landwirtschaft verwendet. Zu dieser Zeit entstanden auch die Friesen, wie wir sie heute kennen: Die Niederlande waren von Spanien besetzt und man kreuzte die robusten kaltblutartigen Pferde der Niederländer mit den majestätischen Pferden der Spanier. Durch diese Einkreuzung wurde das Erscheinungsbild des Friesen deutlich feiner und auch seine Bewegungen wurden eleganter und kraftvoller. Besonders im 18. Jahrhundert fand der Friese Anklang bei gut betuchten Familien, wo er an der Kutsche die wohlhabenderen Häuser präsentierte. Schon ein Jahrhundert später geriet der Friese allerdings mehr und mehr in Vergessenheit, bis es 1913 nur noch drei Friesenhengste gab. Kurz vor dem Aussterben konnte der Friese durch gezielte Zucht gerettet werden.