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Der Kölner Stadtanzeiger empfiehlt den Gertrudenhof als Ausflugsort
in einem Artikel seiner Reihe "Kleine Fluchten":

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Das Ferienwetter ist wie immer durchwachsen, die Kinder langweilen sich. Eigentlich müsste man noch einkaufen. Und dann kommt auch noch Besuch, der beschäftigt werden will. Alle zufriedenstellen können Eltern auf dem Gertrudenhof in Hürth. Von Christiane Vielhaber

Peter Zens (34) hat in Hürth einen Ort geschaffen, an dem alle zufrieden sein können. Und das ohne Eintritt. „Die Väter gehen am liebsten mit auf die Strohpyramide“, sagt Zens, der Chef des Erlebnisbauernhofes Gertrudenhof. Die Strohpyramide steht in der Scheune – und ist deshalb auch eine Attraktion, wenn es draußen schüttet.

Doch die Nummer eins für die Kinder ist der Streichelzoo. Vor zehn Jahren fing es mit drei Schafen und dem Esel Moritz an. Jetzt gibt es auch Alpakas (mit denen Zens Spaziergänge anbietet). Es gibt das Wildschwein Lola, dessen Mutter von einem Zug überfahren wurde und das ein Jäger mit einer Flasche aufzog, bevor er es dem Gertrudenhof übergab. Lammfromm sind sie alle. Und Kinder stehen mit großen Augen am Zaun und strecken vorsichtig ihr Hände mit dem Futter aus. Für einen Euro gibt es eine Schachtel Futter – das besteht aus kleinen Klumpen aus Heu und Stroh. Weil das alle Tiere mögen und weil es nicht dick macht. „Am Anfang konnten die Besucher eigenes Futter mitbringen. Aber das war einfach zu viel.“ Alpakas, so sagt Zens, sind so etwas wie Diabetiker unter den Tieren. „Wenn die Trauben bekommen, ist das für sie Gift.“

Der ganze Trubel spielt sich rund um das Wohnhaus der Familie Zens ab. Eltern und Großvater leben hier, Peter Zens nur ein paar Hundert Meter entfernt. Dass aus dem Erbe ein Erlebnisbauernhof wird, daran musste sich die ältere Generation erst gewöhnen. Inzwischen sind alle begeistert. Auch wenn der Großvater schon mal augenzwinkernd sagt, aus dem einen oder anderen Tier könne man doch ein wunderbares Steak machen. Derweil gibt es im Hühnerhaus ein großes Gegacker. Eine Gruppe Kinder, von denen die meisten Hühner nur gebraten kennen, darf unter Aufsicht in das Gehege. Und erhält Anweisungen. „Die Tiere nicht ärgern und nicht jagen. Wenn die Hühner wollen, dann kommen sie, ansonsten flattern lassen.“

12.07.2012_text.jpgZunächst zögernd halten die Kinder den Hühnern die Körner hin. „Uh, das pikst, das pikst!“, ruft ein Junge. Nach und nach werden alle mutiger. Und sie dürfen sogar nach den Eiern schauen. Auf dem Gertrudenhof gibt es grüne Eier! Die werden von den Grünleger-Hühner gelegt. „Grünleger kann man am Ohr erkennen“, weiß ein kleiner Besucher, der schon mehrmals im Hühnerhaus war.

Zwischendurch werden Waffeln und Stockbrot angeboten. Und wenn sich die Väter im Stroh ausgetobt haben, gibt es jede Menge Pflanzen zu kaufen und frische Lebensmittel – allerdings nicht alle aus eigener Produktion. Zens baut immerhin 30 Pflanzen-, Getreide- und Gemüsesorten an. Im Frühjahr werden eine Million eigene Freilandtulpen verkauft, zurzeit Sonnenblumen und Kirschen. Für die, die ein bisschen Rummelplatz brauchen: Jeden Tag um 16 Uhr wird die Schiffschaukel angeschubst.

http://www.ksta.de/ausflug/ferien-ausfluege-huehner-gucken-und-alpakas-fuettern,15965566,16604526.html