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"Eine Zwiebel ist so viel wert wie eine ganze Apotheke"

Zwiebeln – die gesunden Scharfmacher!

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Küchenzwiebeln und ihre Verwandten dürfen in kaum einem Gericht fehlen, rund 20 Pfund der scharfen Knollen verzehrt jeder Bundesbürger pro Jahr. Doch das Liliengewächs glänzt neben Würzkraft noch mit weiteren Talenten. "Eine Zwiebel ist so viel wert wie eine ganze Apotheke", stellte der berühmte Arzt Paracelsus schon im 16. Jahrhundert fest und die moderne Medizin bestätigt seine Einschätzung.

Verwendung

In der Küche

  • Zwiebeln geben vielen Speisen eine besondere Würze.
  • Sie können roh, geröstet oder gekocht, in Saucen oder im Salat, in Ringen oder in Würfeln verwendet werden.
  • Besonders beliebt sind sie auch z.B. als Zwiebelkuchen aus dem Ofen.
  • Schälen Sie die Zwiebel erst kurz vor Gebrauch, denn die Inhaltsstoffe verfliegen sehr schnell an der Luft.

Für die Gesundheit

  • Zwiebeln enthalten kaum Kalorien, viele Mineralstoffe (vor allem Kalium, Calcium und Magnesium) sowie Vitamine
    (A, B und C), Folsäure, Eisen, Zink und andere Inhaltsstoffe.
  • Diese besondere Kombination macht sie zu einem bewährten Haus- und Naturheilmittel.
  • Die scharfen Knollen schützen das Herz, helfen bei Erkältungen und gegen Entzündungen.
  • Die wirksamste Waffe der Zwiebel ist ihre desinfizierende Wirkung, die sie durch das schwefelhaltige ätherische Öl Allicin und andere Schwefelverbindungen, wie Ajoen, erhält.
  • Dazu kommt ihr hoher Gehalt an Quercetin, einem Farbstoff, der als krebshemmend gilt und gegen Bakterien sowie freie Radikale helfen soll.
  • Außerdem enthält das gesunde Gemüse insulinähnliche Hormone, so genannte Glucokinine.
  • Am häufigsten benutzt und auch im Allgemeinen am bekanntesten ist die Wirkung der Zwiebel auf Insektenstiche. Hierbei wird die Stichstelle mit einer aufgeschnittenen Zwiebel eingerieben. Nach ca. 5 min müsste der Schmerz verschwunden sein und es kommt meist auch nicht zu einer Schwellung.

Lagerung

  • Lagern Sie Zwiebeln an einem Ort der kühl, trocken und gut belüftet ist.
  • Am besten in einem speziellen Tontopf oder in einem Leinensäckchen.
  • Bewahren Sie nur angeschnittene Zwiebeln im Kühlschrank auf. Diese mit der Schnittfläche nach unten in ein Porzellangefäß.
  • Zwiebeln, die feucht, weich oder verletzt sind, dürfen nicht mehr verwendet werden.
  • Das Gleiche gilt, wenn sie dunkle und womöglich schimmelbefallene Blätter hat.

Sorten

Weiß, rot, violett oder braun?
Das Zwiebel-Sortiment ist in Geschmack, Form, Farbe und Größe äußerst vielfältig. Es gibt flache, ovale, längliche, platte und kugelförmige Sorten. Man unterscheidet je nach Aussaat zwischen Winter- und Sommerzwiebeln. Schalotten, ovale Zwiebeln, rote Zwiebel, Küchenzwiebel, weiße und Lauchzwiebeln .

Die gängigsten Sorten

  • Küchen- oder Speisezwiebeln sind die bekanntesten Vertreter, klein bis mittelgroß, recht scharf und würzig, monatelang haltbar und Multitalente in der Küche.

  • Gemüsezwiebeln sind groß und mild-aromatisch, sie eignen sich zum Füllen und lassen sich nur kurze Zeit lagern.

  • Frühlingszwiebeln gibt es trotz des Namens das ganze Jahr über, sie werden mit den hohlen grünen Schaftblättern angeboten, eignen sich für Salate und sind in asiatischen Speisen unentbehrlich.
    Sie sind nur kurz haltbar und müssen als einzige Sorte gekühlt werden.
  • Rote Zwiebeln stammen aus Italien, sind süß, auffallend rot bis leuchtend violett und nur mild scharf.
    Sie eignen sich zum Roh essen und passen gut in Salate und Suppen.
    Durch den hohen Gehalt an Anthozyanen (Bioaktivstoffe, die die Körperzellen vor Schäden schützen) sind sie sehr gesund, aber nur wenige Wochen haltbar.
  • Schalotten, auch Eschalotten genannt, sind die Feingeister in der Küche.
    Ihr mildes Aroma passt zu raffinierten Speisen, edlem Fisch und zartem Gemüse.
    Sie sind eher klein und länglich, je nach Sorte rosa bis kupferrot.
  • Silber- oder Perlzwiebeln sind die kleinsten Verwandten der Speisezwiebel und ideal zum Einlegen oder als Dekoration.

Herkunft

  • Schon vor mehr als 5000 Jahren wurde die Zwiebel angebaut und gehört wohl zu den ältesten Kulturpflanzen überhaupt.
  • Wahrscheinlich kam die Zwiebel von Zentralasien über Ägypten und dem römischen Reich zu uns.
  • Sie wurde bereits im Altertum als Gewürz und Heilpflanze verwendet


Zwiebeln schneiden

Nicht weinen! Da die Zwiebel in der Küche meist geschnitten verwendet wird, drückt sie manchmal ganz schön auf die Tränendrüsen. Denn die ätherischen Öle, die beim Schneiden frei werden und die sie so gesund machen, reizen unsere Schleimhäute. Hier ein paar Tipps gegen die Tränen:

  • Zurückgelehnt im Sitzen schneiden (die beißenden Dämpfe ziehen so an den Augen vorbei), ein großes scharfes Messer mit breiter Klinge verwenden und durch den Mund atmen.
  • Bestimmte Zwiebelsorten bringen die Augen weniger zum Tränen, z.B. Schalotten.
  • Zwiebel unter kaltes Wasser halten, ein nasses Messer und ein nasses Schneidbrett verwenden.
  • Schalten Sie eine Dunsthaube auf höchste Stufe und schneiden Sie die Zwiebeln unter ihr. Die tränenverursachenden Dämpfe der Zwiebeln werden somit schnell abgezogen.
  • Alternativ die Zwiebel am offenen Fenster schneiden!

Tipps:

Zwei häufige Fehler bei der Zwiebelverwendung sind:

1. Bei rohen Zwiebeln

  • von Gemüsezwiebeln und einigen anderen speziellen Sorten abgesehen, sind rohe Zwiebeln als Zutat meist penetrant und sorgen nicht selten für einen stundenlangen Nachgeschmack. Abhilfe kann hier (wenn man keine gegarten Zwiebeln verwenden möchte) ein ca. 15-minütiges Wässern schaffen. Danach die Zwiebeln sorgfältig ausdrücken und dann weiterverwenden. Sie sind jetzt geschmacklich milder.

2. Verbrannte Zwiebeln

  • z. B. bei Bratkartoffeln sollte man niemals die Zwiebeln schon vorher anbraten. Dunkelbraune bis schwarze Zwiebeln sind bitter und zerstören das gesamte Gericht. Besser die Zwiebeln erst später zugeben oder mit deutlich mehr Fett bei deutlich geringeren Temperaturen schmoren. Sanft gegarte Zwiebeln werden goldgelb und entwickeln eine würzige Süße.

Sehen Sie hier den Gertrudenhof Gemüsetipp bei Center TV: "Zwiebeln, Schalotten und Co"