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Schwarzwurzeln

Die Schwarzwurzeln, bzw. ihre wilden Vorfahren stammen aus Süd- und Südosteuropa. Die als lieblich und süß beschriebene Wurzel taucht das erste Mal um 1550 in einem Kräuterbuch aus Siena auf. Dort noch unter dem latinischen Namen „scorzonera“ was übersetzt „schwarze Giftschlange“ bedeutet. Dieser Name rührt von der Verwendung in der Volksmedizin, wo die Wurzel als Heilmittel bei Schlangenbissen angewendet wurde.

Die ersten Belege für den Verzehr der heutigen Schwarzwurzel stammen aus den 1660er Jahren in Frankreich und der Schweiz. Etwa 100 Jahre später war sie dann auch in Deutschland bekannt. Die Schwarzwurzel ist ein Liebhabergemüse, da der Anbau und die Verarbeitung nicht so leicht sind, wie im Vergleich die Kartoffel. Somit hat sie es nie zum Massenanbau geschafft, nur in Frankreich und den Niederlanden wird sie weitgehend erwerbsmäßig angebaut.

Nicht nur der Mangold wurde „Spargel des armen Mannes“ genannt, sondern auch die Schwarzwurzel. Da sie geschält weiß wie Spargel ist, allerdings ist der Geschmack ganz anders: leicht würzig-nussig.

Verarbeitung
Zur weiteren Verarbeitung muss die Schwarzwurzel geschält werden. Hierbei gibt es einige Vorsichtsmaßnahmen zu beachten, da die Wurzel eine schwarzfärbende Milch absondert.
Diese wird abgesondert, sobald man die Haut der Wurzel verletzt. Entweder man schält die Wurzel unter fließendem Wasser oder man verwendet Einmalhandschuhe. Falls der Milchsaft doch irgendwo schwarze Flecken hinterlassen hat, kann man diese mit Zitronensaft entfernen. Die geschälten Stangen verfärben sich an der Luft recht schnell bräunlich, wie man es beispielsweise von Äpfeln kennt. Um dies zu vermeiden, legt man die geschälten Wurzeln in eine Schüssel mit Wasser und etwas Essig.

Eine weitere Möglichkeit dem Milchsaft zu entgehen ist, wenn man die ungeschälten Wurzeln kocht und im gegarten Zustand pellt. Das erfordert allerdings etwas Geduld.

Die Schwarzwurzel kann man wie Spargel, im Salzwasser kochen und dann beispielsweise mit Sauce Hollandaise servieren. Eine weitere tolle Zubereitungsart, die geschälten Schwarzwurzeln mit etwas Kapern, Bechamelsoße und Käse überbacken. Auch in Rohkostsalaten kann man geraspelte Schwarzwurzel wunderbar verwenden.

Inhaltsstoffe
Wie fast alle Gemüsesorten, sind Schwarzwurzeln sehr kalorienarm, aber dafür sehr reich an Vitaminen und Mineralstoffen. Bei den Schwarzwurzeln ist besonders der Vitamin E, Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisengehalt hervorzuheben. Zudem sind sie reich an Ballaststoffen, was dazu führt, dass sie lange satt machen.
Für Diabetiker sind Schwarzwurzeln gut bekömmlich, da sie Inulin enthalten. Inulin ist eine Stärkeart, die keinen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel hat und für eine gesunde Darmflora gut ist. Im Allgemeinen sind  sie mild und gut verträglich. Sie können allerdings bei empfindlichen Menschen zu Blähungen führen.

In der Volksmedizin werden Schwarzwurzeln häufig gegen Erkältungsbeschwerden genutzt.