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Schwarzer Rettich

IMG_4765.JPGDer Schwarze Rettich, auch bekannt als Kriebelrettich, Winter-Rettich, Ackerrettich oder langer schwarzer Pariser Rettich gehört zur Familie der Kreuzblütengewächse.

Vermutet wird, dass der Schwarze Rettich aus dem östlichen Mittelmeergebiet stammt und schon 2.500 v. Chr. In Ägypten bekannt war. Angebaut wurde er vor allem in Europa und Nordamerika und war bis Mitte des 20. Jahrhunderts sehr beliebt. Dann verschwand der Schwarze Rettich allmählich und kehrt jetzt langsam wieder zurück, da er sich durch die Renaissance der „alten“ Gemüsesorten wieder großer Beliebtheit erfreut.

Es gibt Schwarzen Rettich in einer runden und in einer länglichen Form. Der längliche wird 6 bis 7 cm dick und 18 bis 25 cm lang. Der flachrunde schwarze Rettich hat eine Dicke von 8 bis 10 cm und eine Länge von 7 bis 8 cm. Beide schwarze Rettichsorten sind immer von einem dunkelbraunen bis schwarzen Schorf überzogen. Das Rübenfleisch ist weiß und sehr fest. Er kann unter günstigen Bedingungen bis zu 300-500g schwer werden. Der Schwarze Rettich ist eine einjährige, krautige Pflanze mit borstigen behaarten Laubblättern und einer rötlich-violetten Blüte. Geerntet wird er ab Oktober und wird dann eingelagert bis er im Frühjahr vom weißen Rettich abgelöst wird.

Geschmacklich ist der Schwarze Rettich viel schärfer als der weiße Rettich, weshalb er oft gekocht oder gedämpft serviert wird. Dadurch erhält er einen rübenähnlichen Geschmack. Zu deftigen Brotzeiten wird der schwarze Rettich auch gerne mal roh verzehrt. Der Hauptinhaltsstoff ist Allylsenföl, das für den scharfen Geschmack verantwortlich ist. Darüber hinaus enthält er reichlich Vitamin C, was das Immunsystem im Winter gut gebrauchen kann.

Einsatz in der Volksmedizin
In der Volksmedizin sind seine medizinischen Wirkungen schon lange bekannt. Er wirkt gegen Gallenleiden, rheumatische Beschwerden und Erkältungskrankheiten. Zu verdanken hat der schwarze Rettich diese heilenden Kräfte seinen Inhaltsstoffen, den schwefelhaltigen Senfölen Raphanol, Glukorphain und Senfölglykosid. Diese Inhaltsstoffe verursachen nicht nur den typisch scharfen Geruch und Geschmack, sondern wirken auch gegen Bakterien und Pilze, insbesondere in den Schleimhäuten des Verdauungstraktes. Dort regen sie nebenbei noch die Gallensaftproduktion an.

Bei Erkältungen kommen die ätherischen Öle zum Einsatz, da sie den zähen Schleim in den Atemwegen lösen.

Zu empfehlen ist ein Saft aus dem schwarzen Rettich:

Dazu schneidet man den Kopf des schwarzen Rettichs ab und höhlt ihn aus, bis ca. noch eine 1 cm dicke Wand übrig bleibt. Von der Unterseite sticht man mehrere Löcher mit einer Stricknadel hinein. Das rausgelöste Rübenfleisch klein schneiden und mit etwa der gleichen Menge Zucker oder Honig vermengen. Diese Mischung dann wieder in den ausgehöhlten Rettich geben und mit den Löchern nach unter über ein Gefäß stellen oder hängen. Das ganze nun ca. 10 – 12 Stunden stehen lassen. Der Zucker löst die ätherischen Öle und das Wasser aus dem Rettich. Diese gelösten Stoffe tropfen dann als Sirup in das Gefäß. Pro schwarzen Rettich erhält man ca. 100 ml Sirup. Dosierung: Kinder ab 2 Jahren 4x 1-3 Teelöffel pro Tag.